Ein Aktienchart zeigt den Wert eines Unternehmens an der Börse. Ist doch klar, oder? Tatsächlich steckt viel mehr in den Charts, als man auf den ersten Blick denken mag. Wie man einen Aktienchart richtig lesen kann, erklärt unser Finanz-ABC.

Aktiencharts richtig lesen

Ein Aktienchart ist die grafische Darstellung eines Börsenkurses. Dabei kann es sich um Wertpapiere wie Aktien aber auch Rohstoffe handeln. Hier seht ihr ein typisches Beispiel für einen Aktienchart, in diesem Fall zeigt er den Aktienkurs von Volkswagen an der Frankfurter Börse in den letzten zwölf Monaten:

Die vertikale Achse steht für den Preis pro Aktie, während die horizontale Achse den Zeitverlauf abbildet. Das Diagramm kann also für den Kursverlauf einer Woche, eines Jahr oder eines ganzen Jahrzehnts stehen. Das Bild kann sich dadurch je nach Zeitraum sehr stark verändern. Interaktive Charts zu Aktien und anderen Finanzprodukten findet ihr auf Online-Portalen wie finanzen100 oder ariva.

Was der Kursverlauf bedeutet

Aktiencharts sind für euch deshalb wichtig, weil sie eure Entscheidung über den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren informieren. Ein Aktienkurs entsteht wie alle Preise in der Wirtschaft durch Angebot und Nachfrage. Profitable, florierende Unternehmen wecken das Interesse von Anlegern. Sie kaufen die Aktie des Unternehmens in der Hoffnung auf Gewinn – dadurch steigt der Börsenkurs. Im Gegenzug werden Misserfolge von den Anlegern mit dem Verkauf der Aktie bestraft – dann sinkt der Kurs. Es ist das ständige Auf und Ab der Börse. Genau dies zeigt der Aktienchart.

Häufig fallen die Kursbewegungen im Chart mit Nachrichten zusammen: Zum Beispiel dann, wenn ein Unternehmen auf einer Hauptversammlung einen hohen Gewinn verkündet oder aber Verluste einräumen muss.

Die Chartanalyse

Rund um die Auswertung von Aktiencharts dreht sich in der Finanzwelt eine eigene Art von Wissenschaft. Durch die technische Chartanalyse versuchen Händler und Analysten, bevorstehende Kursentwicklungen an der Börse vorherzusehen. Die Methode ist unter Finanzfachleuten umstritten. Studien deuten jedoch darauf hin, dass die Chartanalysten mit ihren Empfehlungen durchaus gut fahren. Zwei wichtige Hilfsmittel der Chartanalyse möchten wir euch hier kurz vorstellen:

  • Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittskurs einer Aktie in den letzten 200 Tagen. Sie wird oftmals auch als GD200 (kurz für den “gleitenden Durchschnitt”) bezeichnet. Durchbricht eine Aktie ihre 200-Tages-Linie nach oben, bewerten Chartanalysten dies als Kaufsignal für Anleger. Wird die Linie dagegen nach unten durchkreuzt sehen Analysten hierin dementsprechend ein Verkaufssignal.
  • Volumenanalyse: Ein weiterer Bestandteil von Aktiencharts ist das sogenannte Volumen. Es steht für die Anzahl der gehandelten Aktien in einem bestimmten Zeitraum. Wenn eine Aktie in einer Woche fünfzig Mal gekauft und fünfzig Mal verkauft wurde, beträgt das Volumen 100. Wertpapiere mit einem hohem Volumen werden auch als “liquide” bezeichnet. Händler versuchen durch die Höhe des Volumens einzuschätzen, ob eine starke Kursentwicklung einer Aktie bevorsteht.

Bei alledem bleibt zu sagen: Ein unfehlbares Instrument zur Prognose von Aktienkursen ist der Aktienchart definitiv nicht. Denn unvorhersehbare Ereignisse können die Lage an den Märkten jederzeit verändern. Viel eher hilft euch der Chart dabei, langfristige Trends an der Börse zu erkennen und aus vergangenen Entwicklungen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

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