In Hollywood-Filmen über die Wall Street sind sie oft die Helden oder Schurken der Geschichte: die Broker. Doch was steckt eigentlich hinter dem Titel? Wie ein Broker in Wirklichkeit arbeitet und wie ihr ihn erreichen könnt, erklärt unser Finanz-ABC.

Was ist ein Broker?

Ein Broker ist eine Person, die beruflich mit Wertpapieren handelt. Er kauft oder verkauft Aktien und tut dies im Gegensatz zu einem sogenannten Trader nicht eigenständig, sondern stets im Auftrag seiner Kunden. Wenn ihr den Film “Wall Street” von Oliver Stone oder “The Wolf of Wall Street” von Michael Scorsese gesehen habt, dürftet ihr ein ziemlich einprägsames Bild dieser Menschen im Kopf haben: Sie arbeiten an der Börse, tragen stets maßgeschneiderte Anzüge und gelen ihre Haare zurück. Schöne Frauen, teure Autos und leistungsförderndende Substanzen gehören zu ihrem Lifestyle wie die Münzen in den Geldbeutel.

Sind die alle so drauf wie im Film?

Natürlich sind die Charaktere in den Filmen meist überzogen dargestellt. Aber ein Funken Wahrheit steckt doch darin. Schließlich gibt es im echten Leben zahlreiche Legenden über Broker und ihren verrückten Berufsalltag. So beruht “Wolf of Wall Street” auf einem gleichnamigen Buch von Jordan Belfort. Darin schildert der exzentrische Ex-Börsenhändler, wie er mit dubiosen Anlagegeschäften in den 1980er-Jahren reich wurde. Der amerikanische Spekulant Steven Cohen soll seine Büroräume in New York City einst auf 15 Grad heruntergekühlt haben, um seine Mitarbeiter rund um die Uhr wach zu halten. Traurigerweise gibt es immer wieder Berichte über kriminelle Börsenhändler, die ihre Kunden betrogen haben. Ein ganz normaler Beruf sieht gewiss anders aus. Doch natürlich handelt es sich hier um berühmte Einzelfälle.

Im deutschsprachigen Raum sind mit Brokern zumeist nicht einzelne Personen, sondern Banken oder Finanzdienstleister gemeint. Das wären zum Beispiel unter vielen anderen Unternehmen die Deutsche Bank, Commerzbank, DKB, ING DiBa oder die comdirect. Im engeren Sinne beziehen wir uns im Folgenden auf ihre zuständigen Mitarbeiter, wenn wir von Brokern sprechen.

Wie arbeitet ein Broker?

Als Privatperson könnt ihr nicht direkt an der Börse handeln, weil euch eine entsprechende Zulassung der Finanzbehörden fehlt. Hier kommen die Broker ins Spiel. Wenn ihr eine Aktie kaufen oder verkaufen wollt, nimmt ein Broker diesen Auftrag von euch entgegen und führt ihn an eurer Stelle an der Börse aus. Dafür müsst ihr eine Gebühr zahlen. Sie fällt je nach Börse, Bank und Dienstleistung unterschiedlich hoch aus. Darüber hinaus bieten euch Broker oftmals eine individuelle Beratung über die richtige Anlagestrategie an. So können sie dir beim Aufbau deines Wertpapiersparplan helfen. Wie letzteres genau funktioniert, erklären wir dir in diesem Beitrag.

Wie finde ich den richtigen Broker für mich?

Die Konkurrenz auf dem Markt ist groß und unübersichtlich, vor allem durch die wachsende Zahl von Online-Anbietern. Bevor ihr einen Broker auswählt, solltet ihr daher unbedingt die folgenden Punkte beachten:

  • Depotgebühren: Manche Anbieter verlangen bereits dafür Geld, dass Sie eure Aktien in einem Depot aufbewahren. Diese Ausgaben könnt ihr euch sparen, indem ihr euch für einen Broker ohne Depotgebühren entscheidet.
  • Ordergebühren & Provisionen: Wenn ihr einen Broker mit dem An- oder Verkauf von Wertpapieren beauftragt, stellt er euch dafür Gebühren in Rechnung. Es kann sich dabei um fixe Beträge oder um eine anteilige Provision handeln, die sich an der Größenordnung des Auftrags bemisst. Um den kostengünstigten Broker für deine Zwecke zu finden, empfehlen wir dir, den Umfang deiner geplanten Investitionen zu überschlagen und mehrere Anbieter im Hinblick darauf zu vergleichen. Dabei hilft dir zum Beispiel die Stiftung Warentest.
  • Fondsgebühren: Auf den Kauf von Fonds, zum Beispiel ETFs, entfallen häufig hohe Zuschläge. Wenn du dich vor allem an der Geldanlage in Fonds interessierst, solltest du einen Anbieter mit möglichst geringen oder sogar kostenlosen Konditionen auswählen.
  • Erreichbarkeit: Womöglich ist dies der wichtigste Aspekt unter allen. Damit euer Broker für euch an der Börse in wichtigen Momenten tätig werden kann, muss er rund um die Uhr erreichbar sein – egal ob online oder persönlich am Telefonhörer. Von Vorteil dafür ist eine einfach zu bedienende Online-Plattform und ein kundefreundlicher Service.

Vertrauenswürdigkeit zählt!

Die Erfahrungen anderer Nutzer können euch helfen, den richtigen Anbieter zu finden. So wurde die comdirect von 33.000 Privatkunden auf broker-test.de zum Online-Broker des Jahres 2018 gewählt. Entscheidend ist letztendlich, dass ihr eurem Broker bei der Verwaltung eurer Geldanlage hundertprozentig vertraut. Hier solltet ihr keine Kompromisse eingehen. Denn anders als im Hollywood-Streifen geht es um euer echtes Geld.

Autor*in