Wenn du ein Sparkonto bei einer Bank eröffnet hast, dürftest du von Zinsen schon einmal gehört haben. Wir erklären dir, was es mit diesem wichtigen Begriff der Finanzwelt auf sich hat.


Was sind Zinsen?

Wenn du dir Geld leihst, bezahlst du in der Regel mehr zurück, als du dir geborgt hast. Es handelt sich um einen Prozentsatz, der auf das geliehene Geld angerechnet wird. Das ist der sogenannte Zins. Ein Beispiel: Du brauchst dringend Geld, um dein Studium zu finanzieren, und leihst dir von deiner Bank einen Studienkredit von 1000€. Der Zinssatz beträgt vier Prozent. Schlussendlich zahlst du der Bank 1040€ zurück – den vollen Kreditbetrag plus die vereinbarte Zinsrate. Das funktioniert auch in die andere Richtung. Wenn du der Bank dein Geld auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto überlässt, zahlt sie den Zins an dich aus.

Zinsarten

Zinsen gibt es nicht nur wie anfangs beschrieben bei Geldgeschäften zwischen Banken und ihren Kunden. Sie wirken auch dann, wenn du ein Haus abbezahlst oder du ein neues Auto least. Im größeren Rahmen legen Notenbanken wie die Europäische Zentralbank oder die US-amerikanische Federal Reserve über ihren Leitzins fest, zu welchem Preis sie Geld an Banken verleihen. Das beeinflusst wiederum, zu welchen Zinssätzen die Banken das Geld weitergeben, zum Beispiel auch an investitionswillige Gründer und Unternehmen. Damit steuern die Zentralbanken unmittelbar die Wirtschaft.

Das Zinssystem – Bedeutung und Kritik

Zinsen führen dazu, dass sich Geld exponentiell vermehrt. Das bedeutet, dass große Vermögen, aber auch Schulden im Rahmen der Zinslaufzeit immer größer werden. Zinsen sind für das Finanzsystem also wie der Dünger für den Acker. Sie sorgen dafür, dass das Grüne schneller in die Höhe wächst. Seit Jahrtausenden bilden sie einen Grundpfeiler des westlichen Finanzsystems. Wer der Erfinder der Zinsen ist, wissen wir nicht. Es ist jedoch belegt, dass sie sogar älter als das Geld selbst sind. Unumstritten waren sie dabei allerdings nie. Zahlreiche ethische, religiöse und wirtschaftswissenschaftliche Debatten ranken sich um den Sinn und Nutzen des Zinses. In islamisch geprägten Ländern etwa gilt ein Zinsverbot, weil sie als schädlich für die Gesellschaft angesehen werden.

Merken

Merken

Merken

Autor*in