Die neue Groko hat große Pläne. 1,5 Millionen Wohnungen will sie in den nächsten Wohnungen bauen. Doch hilft das gegen die steigenden Mieten in Ballungsräumen? Können wir uns das Wohnen noch leisten?

1,5 Millionen. So viele Wohnungen sollen laut der neuen Großen Koalition in den nächsten vier Jahren gebaut werden. Wo? Keine Ahnung. Hilft das gegen die stark steigenden Mieten in den Ballungsräumen? Nur wenn man die Wohnungen auch dort baut wo der Bedarf am größten ist. Doch das ist schwierig, schließlich mangelt es oft am verfügbaren Bauland. Baut man also 1,5 Millionen Wohnungen an Orten, wo man sie eigentlich nicht benötigt , dann hört sich die Zahl schön an, bringt aber wenig bis nichts. Wir stellen die Frage: Können wir uns Wohnen noch leisten?


Und damit übertreiben wir nicht. Laut einer neuen Umfrage von IPSOS im Auftrag der Caritas geben 79 Prozent der Befragten an, dass sie in hohen Wohnkosten ein Armutsrisiko sehen. 74 Prozent fürchten dadurch sogar den Verlust ihrer Wohnung. In einer weiteren Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut YouGov gaben mehr als 80 Prozent der Befragten an, die Wohnungsmieten in Deutschland seien zu hoch.

Ein Drittel des Einkommens geht für die Miete drauf

Wir können das Thema Miete und Wohnraum eigentlich gar nicht mehr hören. Viel zu oft wurde es durch die Medienlandschaft geprügelt, viel zu häufig „diskutierten“ die Politiker darüber, ohne dass sich wirklich etwas geändert hat. Dennoch müssen wir uns damit beschäftigen. Denn laut dem Statistischen Bundesamt gaben deutsche Haushalte im Jahr 2016 durchschnittlich 35 Prozent ihres Einkommens, für Wohnen aus! Das ist viel zu viel!

Grundsätzlich gehen Experten davon aus, dass ein Haushalt auf keinen Fall mehr als 30 Prozent seines Netto-Einkommens dafür ausgeben sollte, sich die Miete zu leisten. Ein Wert Richtung 25 oder gar 20 Prozent wäre noch besser. Jetzt kannst du ja mal für dich nachrechnen, ob das bei dir passt. Wenn ja: Glückwunsch, du hast noch genug Geld für deinen Lebensunterhalt und für eine anständige Altersvorsorge. Wenn nein: Oh oh, das sieht nicht gut aus. Du kannst entweder umziehen und dadurch Geld sparen oder du hast für deinen restlichen Lebensunterhalt weniger. Pech gehabt.

Außerdem kannst du davon ausgehen, dass Haushalte in der Großstadt mehr als 35 Prozent zahlen und die auf dem Land weniger. Es ist ja ein Durchschnittswert. Wer in Großstädten lebt, wird dadurch ärmer, weil er kaum Reserven aufbauen kann. Ist die Konsequenz also, aus den Großstädten wegzuziehen?

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