Sind wir mal ehrlich: Es geht immer nur am das eine. Ums Geld. Bei uns zumindest. Und dieses Mal gibt es erfreuliche Nachrichten für unsere wichtigste Geld-Einnahmequelle. Denn die Löhne der Tarifbeschäftigten sind 2017 stärker gestiegen als die Inflation. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag. Eine Steigerung der Löhne ist sehr, sehr wichtig. Warum? Das erklären wir dir jetzt.

Die Inflation bezeichnet die Preissteigerung von Produkten und Dienstleistungen innerhalb einen Jahres. Wenn du letztes Jahr eine Tafel Schokolade für einen Euro gekauft hast, kostet sie in diesem Jahr vielleicht schon 1.02 Euro. Das macht eine Preissteigerung von 2 Cent oder 2 Prozent aus. Die Inflation für die wichtigsten Waren und Dienstleistungen werden im Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes erfasst. Wer genau nachlesen möchte, wie er zusammengestellt und berechnet wird, schaut hier mal rein.

Wenn du jetzt aber keine Lohnerhöhung bekommst, kannst du dir von deinem Einkommen weniger Produkte und Dienstleistungen leisten als im Jahr davor. Deswegen ist es wichtig, dass du regelmäßig eine Gehaltssteigerung mindestens in Höhe der Inflation bekommst.

Nominallohn vs. Reallohn

Jetzt wird es etwas kniffelig: Es gibt es zum einen die Nominallohnsteigerung und die Reallohnsteigerung. Der Nominallohn ist der Geldwert deines Lohns, also zum Beispiel 2000 Euro. Der Reallohn ist der Nominallohn bereinigt von der Inflation. Dazu teilt man den Nominallohn durch den Verbraucherpreisindex, der die Inflation angibt. Liegt der errechnete Wert ueber dem des Vorjahres, kannst du dir mehr leisten als letztes Jahr. Der Reallohn zeigt also, wie viel du dir also tatsächlich von deinem Geld kaufen kannst.

Dadurch ist der Reallohn viel aussagekräftiger und vergleichbarer. 2017 soll er um 0.6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr zulegen. Kompliziert? Ein bisschen vielleicht, aber für einen langfristigen Vermögensaufbau ist es unabdingbar, dass du diese Zahlen und ihre Aussagekraft kennst. Steigt dein Lohn nämlich immer nur um die Inflation, dann wirst du real niemals mehr verdienen. Denn du musst immer den gleichen Anteil deines Lohns für deine Einkäufe und dein Leben aufwenden.

Aber wenn du wirklich mehr Geld zur Verfügung hast könntest du folgendes Gutes für dich tun:

  1. Schließe die wichtigsten Versicherungen ab, wie private Haftpflicht oder Berufsunfähigkeit und Risikolebensversicherung für Familien.
  2. Spar dir einen kleinen Notgroschen an, der mindestens drei Nettogehälter beträgt.
  3. Lege einen Wertpapiersparplan an und spare somit ein bisschen Geld für deine Altersvorsorge,
  4. Oder du kloppst einfach alles auf den Kopf und gönnst dir was Schönes.

Zum kleinen Aufreger wurde Anfang der Woche die Erhöhung der Diäten der Bundestagsabgeordneten. Das sind die Löhne der Politiker. Diese sollen sich jedes Jahr automatisch entsprechend der Nominallohnentwicklung erhöhen. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Denn wenn es ungünstig läuft, könnte die Lohnentwicklung geringer ausfallen, als der Inflationsanstieg. Worüber sich einige Leute aufregten war der Umstand, dass diese Erhöhung automatisch erfolgen soll und die Politiker vor einer Regierungsbildung darüber abstimmten. Ob das aber nun das dringlichste Thema in der Politik ist, sei dahingestellt. Viel interessanter ist es darüberhinaus, sich die Zusatzeinnahmen der Politiker anzuschauen und nicht das Grundgehalt. Monatlich bekommen die Politiker aktuell 9541.74 Euro brutto. In der abgelaufenen Legislaturperiode verdienten die damals 630 Abgeordnete laut abgeordnetenwatch.de mit Nebentätigkeiten ganze 18.07 Millionen Euro dazu!

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