Deutschland ist ein reiches Land. Doch während es der einen Seite der Bevölkerung sehr gut geht, gibt es auch die Kehrseite: Jene, bei denen es finanziell nicht so rund läuft. Und jene, denen es ganz schnell sehr schlecht gehen kann – falls sie zum Beispiel ihren Job verlieren.

Denn für den Fall, dass wir nicht auf unser Einkommen zählen können, sind wir auf unsere Rücklagen, sprich unser Vermögen angewiesen. Und genau für diesen Worst-Case sind viele nicht vorbereitet. 20 Prozent der Deutschen könnten ihren aktuellen Lebensstandard keinen einzigen Monat halten. Das geht aus einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) hervor, die diese Woche veröffentlicht wurde.

Was passiert, wenn man seinen Job verliert?

Die Studienautorin Anita Tiefensee stellte sich dabei die Frage: „Wie lange reicht das Vermögen bei Einkommensausfall?“ Ihre These: Es ist nicht nur wichtig, wie viel Einkommen ein Haushalt besitzt, sondern auch, wie viel Vermögen. Nur beide Parameter zusammen können laut Tiefensee das Wohlstandsniveau eines deutschen Haushalts vernünftig abbilden. Die Studie untersuchte dabei, wie lange ein Haushalt seinen Konsum halten könnte, wenn dessen Einkommen wegfallen und somit sein komplettes Vermögen, also auch Immobilien und Fahrzeuge, zu Geld machen würde.

Heraus kamen sehr interessante Zahlen. So könnten, wie schon erwähnt, 20 Prozent der Deutschen ihren Lebensstandard keinen einzigen Monat ohne das geregelte Einkommen erhalten. Die nächsten zehn Prozent schaffen drei Monate, die folgenden zehn Monate. Erst ab den reichsten 60 Prozent wird es komfortabler. Die reichsten fünf Prozent der Deutschen könnten sogar 21 Jahre und einen Monat von ihrem derzeitigen Vermögen leben. Dabei liegt das Problem laut Tiefensee jedoch nicht an den Konsumausgaben. Vielmehr ist die Ursache, dass viele Deutsche gar nicht in der Lage sind, Geldvermögen aufzubauen.

Ein Blick auf die Altersstruktur unseres Landes verrät, dass je älter die Deutschen sind, desto mehr Vermögen besitzen sie im Durchschnitt. Und trotzdem gibt es in jeder Altersgruppe diese 20 Prozent, die ohne ihr Einkommen keinen einzigen Monat lang ihren Lebensstandard halten könnten. Wir sind schockiert!

Was können du und wir jetzt tun?

Für uns ist es jetzt umso wichtiger, schon in jungen Jahren kontinuierlich und durchdacht Geldvermögen aufzubauen. Wenn du bisher keine Motivation hattest, sollte spätestens diese Studie der Auslöser sein. Zuerst ist es sinnvoll, dass du drei Netto-Monatseinkommen für Notfälle auf dem Tagesgeldkonto parkst. Klingt viel? Das schaffst du! Immerhin verraten wir dir alle zwei Wochen wertvolle Spartipps 😉
Alles, was über diese Summe hinausgeht, kannst du in deinen Vermögensaufbau stecken. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Du kannst dein Geld einfach auf dem Konto sparen, auf dem Sparbuch oder als Festgeld. Das rentiert sich im Moment allerdings wegen der niedrigen Zinsen nicht. Alternativ legst du dein Geld in Fonds oder ETFs an. Wenn du dich dafür interessierst, dann scroll mal weiter – alle zwei Wochen helfen wir dir da in der 100 Euro-Challenge weiter.

Und das Wichtigste: Lass dich nicht entmutigen. Selbst ein kleiner Betrag wie 25 Euro im Monat können einen Unterschied machen!

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