100 Milliarden Euro entgehen den deutschen Sparern derzeit jährlich, weil sie nur geringe oder keine Zinsen auf ihr Erspartes bekommen. Jetzt verkündete die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag, die Leitzinsen für den Euro-Raum bei 0,0 Prozent zu belassen. Allerdings reduziert sie ihren monatlichen Kauf von Staatsanleihen von 60 Milliarden Euro um die Hälfte auf auf 30 Milliarden. Im Gegenzug verlängert der oberste Währungshüter EZB-Chef Mario Draghi das Programm von Ende 2017 auf Herbst 2018. Doch leider, läutet er anders als von vielen erhofft, damit keine Zinswende ein. Die Enteignung dauert an.

Warum tut Mario Draghi das alles? Ziel ist es, die Wirtschaft in der Euro-Zone wieder auf Vordermann zu bekommen. Seit der Finanzkrise 2007 ist Sand im Getriebe. Außerdem versucht die EZB, die Inflation auf etwa zwei Prozent zu bringen. Momentan verharrt die Preissteigerung in Europa bei etwa 1,5 Prozent. Zwei Prozent werden aber als optimal für die Wirtschaft und das Wachstum erachtet. Durch die niedrigen Zinsen sollen die Banken dazu angehalten werden, Kredite zu vergeben. Denn so lohnt es sich für die Banken nicht, dass Geld im Tresor zu behalten: Es gibt ja auch für sie keine Zinsen. Eine größere Kreditvergabe würde die Inflation anheizen.

Durch das Anleihenkaufprogramm wird zusätzliches Geld in den Markt gepumpt. Das verringert sich nun, der Markt soll langsam auf einen Ausstieg vorbereitet werden. Denn wenn das Kaufprogramm ruckartig beendet und die Zinsen zu schnell angehoben würden, könnte das die Anleger verschrecken und wieder zu einer Krise führen. Die EZB muss also einen Eiertanz vollziehen.

Dein Vermögen wird weniger

Und was heißt das für dich: Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld – kannst du alles vergessen. Das wird auch in Zukunft kaum Zinsen abwerfen. Europäische Staatsanleihen dienen als Depotbeimischung, bringen aber auch nicht viel Geld. Und noch schlimmer: Die Inflation ist zwar nicht hoch, aber wenn du nur ein klein wenig mehr als 0,0 Prozent Zinsen bekommst, die Inflation aber bei 1,5 Prozent liegen, verringert sich dein Vermögen.

Du brauchst mindestens eine Rendite von 1,5 Prozent, damit dein Geld real nicht weniger wird. Für Anleger fällt die Wahl deshalb weiterhin auf Aktien. Denn durch die niedrigen Zinsen lohnt es sich fast nur, in Aktien zu investieren. Und selbst bei einer anziehenden Inflation gelten Aktien als attraktiv. Ein guter ETF oder Fonds könnte für dich eine gute Rendite erwirtschaften. Wie du das anstellst, liest du in unserem Archiv (passende Ausgaben sind zum Beispiel “Die 100-Euro-Challenge”, “Die Börsen-Ausgabe 1.0” oder “Die Börsen-Ausgabe 2.0”) oder schaue immer wieder mal in unserer 100-Euro-Challenge vorbei. Die findest du hier alle zwei Wochen im Newsletter.

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