Du hast dich bisher über ein kostenloses Girokonto gefreut? Bald könnte der Spaß für dich zu Ende sein. Einige Banken haben ihre Kunden bereits darüber informiert, dass sie bald für das normale Girokonto blechen müssen. Grund dafür sind die niedrigen Zinsen.

Bei einigen Banken in kleinere Gemeinden ist das bereits seit Beginn des Jahres Gang und Gebe. Teilweise werden Fillialen sogar geschlossen. Und wie eine Umfrage der Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vom 30. August zeigen, wird mittlerweile jede vierte Bank die Negativzinsen auf ihre Kunden abwälzen. Die Befragung fand unter rund 1500 kleinen und mittelgroßen deutschen Kreditinstituten statt.

Banken sind gerade ganz schön am Kämpfen

Die Banken selbst müssen für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank derzeit einen Strafzins von – 0,4 % zahlen. Das ist bei den riesen Summen ein ganz schöner Batzen Geld. Es ist ungewiss, wie lange die Negativzins-Phase noch andauern wird. Bundesbank-Vorstand Adreas Dombret prognostiziert: „Die durch niedrigen Zinsen verursachte Durststrecke ist noch längst nicht überstanden.“ Im schlimmsten Fall gehen die befragten Banken davon aus dass sie im Jahr 2021 mit einer Gewinn-Senkung von 1.000.000.000 € rechnen müssen. Auf Dauer kann das nicht jede Bank stemmen.

Ein kleines Fallbeispiel. Hier hat die Bank vorläufig die Negativzinsen nicht erhoben. Die Volksbank in Reutlingen wollte künftig 0,5 Prozent Negativzins auf Girokonten und Tagesgeldkonten (ab 10.000 €) erheben. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat dagegen geklagt. Ihre Forderung: die Bank solle eine Unterlassung unterschreiben, die Negativzinsen nicht auf Privatkunden abzuwälzen. Dazu ist es nicht gekommen. Die Volksbank Reutlingen wird vorläufig zwar keine Niedrigzinsen auf Girokonten verlangen, versichert aber, dass es in naher Zukunft dennoch dazu kommen werde.

Auf diejenigen unter uns, die über die Bank investieren, können bald höhere Bearbeitungskosten zukommen. Eins ist sicher, wir zücken bald unseren Taschenrechner und prüfen, wo sich das Investieren mit kleinen Geldbeträgen noch lohnen wird.

Hier findest du einen Vergleich kostenloser Girokonten.

 

Wenn sie dir noch den kleinsten Pfennig nehmen …

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