Sechs Parteien haben realistische Chancen in den Bundestag einzuziehen. Hier stellen wir vor, was sie zu den Themen Rente, Miete und Steuern geplant haben. Die Reihenfolge ist nicht wertend und bezieht sich auf ihre aktuelle Anzahl von Sitzen im Bundestag. AfD und FDP sind nicht im aktuellen Bundestag und alphabetisch angefügt.

CDU/CSU

Rente: Bis 2030 ist die Rente solide finanziert. In den nächsten Jahren soll es eine Rentenkommission geben, die über das Thema Rente berät.
Miete: 1,5 Millionen Wohnungen mehr bis 2021. Erwerb von selbstgenutzten Immobilien soll unterstützt werden. Baukindergeld und Freibeträge bei der Grunderwerbssteuer einführen.
Steuern: Entlastung von mittleren und hohen Einkommen. Niemand soll mehr Steuern zahlen als jetzt. Solidaritätszuschlag soll schrittweise abgeschafft werden. Spitzensteuersatz erst ab 60.000 Euro Jahreseinkommen. Insgesamt Senkung der Einkommenssteuer um 15 Milliarden Euro.

SPD

-Rente: Das Rentenniveau soll bei 48 Prozent bleiben, wobei der Beitragssatz nicht über 22 Prozent (aktuell 18,7 Prozent) steigen soll. Keine Anhebung des Renteneintrittsalters.
Miete: Verschärfung der Mietpreisbremse, mehr sozialen Wohnungsbau und Förderung des Erwerbs von Wohneigentum, etwa durch Familienbaugeld
Steuern: Abschaffung von Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag. Einführung einer Vermögenssteuer. Gerechtere Einkommenssteuer. Einkommen bis 80.000 Euro jährlich werden leicht entlastet. Ab 90.000 Euro stärker belastet.

Linke

Rente: Wollen eine Bürgerversicherung einführen, es soll allein eine gesetzliche Rentenversicherung geben (nicht mehr privat und betrieblich) und diese gestärkt werden. Fordern die Einführung einer Mindestrente.
Miete: Setzen deutlichen Schwerpunkt auf Mietpolitik im gesamten Programm. Wollen künftig alle Mietwohnungen durch eine öffentliche Verwaltung vergeben. Plädieren für Schaffung alternativer Wohnräume: Überbauung von Parkplätzen als Wohnraum, Wohnungen in industrielle genutzten Gebäuden und Vergleichbares.
Steuern: Streben eine Umverteilung zwischen arm und reich an. Monatliche Einkommen unter 7.100 Euro brutto sollen entlastet werden. Wer mehr verdient, wird stärker belastet. Denken über Erhöhung des Grundfreibetrags nach.

 

 

Grüne

Rente: Möchten eine steuerfinanzierte Garantierente einführen, das heißt jeder soll etwa 850 Euro monatlich als Rentensatz gewährleistet bekommen. Die aktuelle gesetzliche Altersversicherung wollen sie beibehalten und stärken.
Miete: Gemeinwohlorientierte Wohnpolitik, das heißt: 1 Millionen neue Wohnungen sollen gebaut werden. Wohnen, auch im Stadtzentrum, soll langfristig günstig bleibt. Mietpreisbremse sei wirkungslos, daher wollen sie eine verbesserte Variante (dazu gibt es derzeit keine konkreten Angaben).
Steuern: Wollen mehr “Gerechtigkeit”, das heißt: bis zu einem Jahreseinkommen von 100.000 € soll man künftig jährlich 400 € weniger Steuern abtreten. Die Partei denkt über eine Erhöhung des Grundfreibetrags nach.

AfD

-Rente: Erziehungszeiten sollen zur Rentenerhöhung bei Eltern führen. Leistungen aus Migrationspolitik sollen ins Rentensystem gesteckt werden. Keine Abschläge bei Tätigkeiten während der Rente
Miete: Senkung der Grund- und Grunderwerbssteuer. Wohngeld für Leute, die die Miete nicht zahlen können. Wohnungsbestand erhöhen. Bürokratie beim Wohnungsbau abbauen.
Steuern: Entlastung von Familien. Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 12 Prozent senken. Erhöhung des Grundfreibetrags. Abschaffung der Erbschaftssteuer.

FDP

Rente: Lehnen eine Erhöhung der Rentenbeträge ab. Private Vorsorge soll gestärkt und unabhängig der gesetzlichen Altersvorsorge geregelt sein. Sie plädieren für ein individuelles Renteneintrittsalter.
Miete: Förderung von Neubau-> Abschreibungsrate von Häusern erhöhen (von 2% auf 3%) mit dem Ziel, künftig bei Beubau von Häusern Steuern sparen zu können. Mietpreisbremse = abschaffen. Möchten die 500 Millionen Euro, die dem Bund jährlich zum Bau neuer Wohnungen zur Verfügung stehen, besser ausschöpfen.
Steuern: Versprechen die höchste Entlastung. Die Rede ist von 30 Milliarden Euro. Sie wollen den Kindfreibetrag bei der Einkommenssteuer anheben.

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