Ein zweischneidiges Schwert: Aktien von Rüstungsunternehmen, die Waffen und andere Kriegsgüter herstellen. Einerseits liefern sie ordentliche Renditen und vermehren das Geld ihrer Aktionäre. Andererseits sind sie ethisch und moralisch nur schwer vertretbar. Aktuell befinden sich die meisten Aktien von Rüstungskonzernen auf einem Rekordhoch. Die Gründe dafür: Vor allem die Nordkoreakrise, aber auch die weltweiten Konflikte und die damit verbundene Unsicherheit. Eine nicht unwesentliche Rolle spielen aber auch die grundsätzlich hoch stehenden Aktienmärkte.

Laut dem internationalen Friedensforschungsinstitut Sipri stiegen die weltweiten Rüstungsausgaben 2016 im zweiten Jahr in Folge an. Insgesamt wurden somit 1,686 Billionen Dollar ausgegeben. Das sind 1686 Milliarden. Der Löwenanteil entfiel dabei mit 611 Milliarden Dollar an die USA, gefolgt von China (215 Milliarden) und Russland (69,2 Milliarden). Deutschland belegt im Ranking den neunten Platz mit 41,1 Milliarden Dollar an Rüstungsausgaben.

Ein bedenklicher Trend

Ein weiterer Treiber dessen ist eine Vereinbarung der Nato (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis): Bis etwa 2024 solle jedes Mitgliedsland seine Verteidigungsausgaben „in Richtung zwei Prozent“ des BIPs steigern. Deutschland hätte demnach im Jahr 2016 sogar 69 Milliarden Dollar ausgeben müssen. Auch hier werden die Auftragsbücher der Rüstungsfirmen nochmals praller. Bedeutet: Rüstungsaktien könnten ihre luftigen Höhenflüge fortsetzen. Ob Anleger das moralisch vertreten können, muss jeder individuell entscheiden.

Da stellt sich die Frage: Gibt es Fonds für ethikbewusste Menschen? Die Verbraucherzentrale Bremen untersuchte ethisch-ökologische Investmentfonds. Rüstung, Waffen und Kinderarbeit dürfen, nebst vielen anderen ethisch und moralisch „verwerflichen“ Aktivitäten, nicht im Portfolio vorkommen. Nur ein Produkt erfüllt laut der Verbraucherzentrale die Kriterien zu 100 Prozent: der ÖkoWorld ÖkoVision Classic C. Auf Sicht von zehn Jahren war er nicht schlechter als der MSCI World, der ja gemeinhin als Vergleich gilt. Das heißt: Faire Fonds können rentabel sein!

Aktien von Rüstungsunternehmen wie Raytheon, Lockheed Martin oder Rheinmetall schnitten aus finanzieller Sicht besser ab. Ob sie auch moralisch besser abschneiden, steht auf einem anderen Blatt.

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