Die weltgrößte Werbeagentur WPP teilte am Mittwoch mit, dass sie einen Umsatzrückgang befürchte und senkte daraufhin ihre Jahresprognose. Ihre Kunden würden 2017 weniger Geld für Werbung ausgeben. Daraufhin brachen die Aktien der britischen Werbeagentur um 10 Prozent ein. Ist das ein Zeichen dafür, dass sich die aktuelle Konjunktur abkühlt und eine Rezession droht?

Bei vergangenen Wirtschaftseinbrüchen hatten Firmen zunächst ihre Budgets für Werbung gekürzt. Denn dadurch sparen Unternehmen schnell und einfach Geld, wenn es in der Wirtschaft nicht so gut läuft. Somit können Werbeausgaben ein guter Indikator dafür sein, ob es der Wirtschaft gut geht oder nicht.

Die vier Phasen der Wirtschaft

Der Konjunkturzyklus besteht aus den vier Phasen: Aufschwung, Boom, Rezession und Depression. Im Aufschwung erholt sich die Wirtschaft und wird immer stärker, im Boom läuft alles sehr gut (wir befinden uns grad im Boom), doch dann kommt es irgendwann zur Rezession. Laut Definition gibt es einen Abschwung, wenn das BIP (Bruttoinlandsprodukt) in zwei Quartalen hintereinander nicht wächst oder sogar ein Rückgang stattfindet. Eine Depression kommt nur sehr selten vor, und zwar, wenn die Wirtschaft lange nicht aus der Rezession herauskommt und es Massenarbeitslosigkeit gibt.

So verraten Werbeinvestitionen etwas über die Konjunktur

Grundsätzlich halten Firmen sich in der Rezession mit Investitionen zurück, die Nachfrage nach neuen Gütern nimmt ab, wodurch Preise, Löhne und Zinsen sinken. Oft kommt es zu Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit. An den Aktienmärkten sind Rezessionen natürlich gar nicht gerne gesehen, da das meist bedeutet, dass Unternehmen weniger Gewinn machen. Was kann man als Kleinanleger in so einer Phase tun? Am besten investiert man nicht in Einzelaktien. Wenn doch, dann nur in Blue Chips. Das ist aber nichts zu Essen, sondern die größten Firmen der Welt. Am besten suchen Kleinanleger sich Unternehmen, dessen Produkte die Menschen auf jeden Fall kaufen müssen. Wie beispielsweise Nestlé (Nahrungsmittel), McDonalds (Nahrungsmittel), Roche (Medizin) und Reckitt Benckiser (Haushaltswaren). In vergangenen Rezessionen schlugen sich diese Aktien verhältnismäßig gut.

Noch besser ist es, in breit gestreute Mischfonds zu investieren. Die erfahrenen Manager können das Risiko steuern und Geld aus dem Markt nehmen oder in sicherere Anlageformen stecken. Mischfonds eignen sich, da sie sowohl in Aktien als auch in Staatsanleihen und vielleicht sogar in Rohstoffe investieren. Außerdem ist Gold natürlich immer ein Bringer in der Rezession. Ziehen am Aktienmarkt dunkle Wolken auf, steigt der Goldpreis erheblich. Der Goldpreis hat in der letzten Zeit aber nichts Ungewöhnliches veranstaltet. Vielleicht haben WPP und der Markt ja auch einfach nur übertrieben.

Wenn es nicht so läuft, wie du es dir vorstellst …

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