Die Snapchat-Aktie fällt nach 132 Tagen unter ihren Ausgabepreis! Mehr als fünf Milliarden Dollar angelegtes Kapital lösten sich in Luft auf. Ach, wie groß war die Begeisterung noch vor dem Börsengang von Snap. Inc, dem Mutterkonzern der App Snapchat. Droht die Totalpleite?Auch wir haben dem Moment entgegengefiebert: Aber so langsam fragt man sich, ob der Börsengang gerechtfertigt war oder nur Chef Evan Spiegel und seine Risikokapitalgeber innerhalb von kurzer Zeit reich machen sollte? Als Risikokapital oder Venture Capital (VC) werden hochriskante Investments in Start-Ups bezeichnet.

Zu schnell zu hoch

Am 2. März ging es für Snap also an die Börse, für 17 Dollar wurden die Aktien an Investoren verscherbelt, bald darauf kratzte die Geister-Aktie an der 30 Dollar Marke. Doch was folgte dann? Ja nix. Es kamen keine positiven Nachrichten vom Unternehmen, keine guten Zahlen. Rivale Facebook kopierte dreist die wichtigsten Funktionen von Snapchat.

Tja und jetzt ist die Aktie in dieser Woche unter den Ausgabepreis von 17 Dollar gefallen.  Grund dafür war eine Analyse der amerikanischen Bank Morgan Stanley. Besonders pikant: Morgan Stanley brachte Snap zusammen mit Goldman Sachs an die Börse und verdiente fürstlich daran. Etwa durch Gebühren und Provisionen für Beratungen. Und nun gibt die Bank ein neues Kursziel von 16 Dollar aus. Also unter dem ursprünglichen Preis. Wie kommen sie auf dieses „Kursziel“, das Anlegern eine Orientierung für die nächsten zwölf Monate geben soll? Dafür werden Umsatz, Gewinn und weiteres in komplizierte Formeln eingesetzt und viel herumgerechnet.

Ist Snap das Facebook 2.0?

So, jetzt kann man nur drauf hoffen, dass es bei Snap ähnlich läuft wie bei Facebook. Auch Zuckerbergs Aktie war anfangs über 50 Prozent eingebrochen. Und seit 2013 hat sie sich verneunfacht. Ein erster Schritt für Snap könnte eine neue Kooperation mit der Formel 1 sein. Im Discover-Bereich von Snap werden nun die Rennwochenenden begleitet. Ob Snap das hilft, bleibt abzuwarten. In Snap sollte man aus unserer Kleingeldhelden-Sicht weiterhin nicht investieren. Das bleibt bis auf weiteres zu riskant für Kleinanleger.

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