Noch vor 9500 Jahren zogen wir in Europa mit Speeren und Körben auf der Suche nach reicher Beute durch das Land. Heute haben wir neue Jagdgebiete: Supermärkte, Cafés und Tankstellen. Und so sammeln wir Treuebohnen, Stempel und Punkte. Auch wir waren auf der Jagd. Unser Ziel? Daten und Fakten rund um den Punkterausch von Payback und Co.

1. Kartengewirr

In den Geldbeuteln der Deutschen befinden sich durchschnittlich 4,5 Karten für den Zahlungsverkehr. Nach der EC- und Kreditkarte ist das Plastikscheibchen von Payback im Durchschnitt die dritte Karte. Dicht dahinter folgen die Ikea Family Card, die DeutschlandCard und Tchibo (Quelle: TNS Emnid).

2. Die Deutschen sind Punkteliebhaber

78 Prozent der Deutschen sind Mitglied in einem Bonusprogram. Da gleichzeitig im Schnitt jeder deutsche Verbraucher bei 3,7 Bonusprogrammen teilnimmt, kommen da bei manchen schon eindeutig ein paar Karten mehr zusammen (Quelle: Splendid Research). Sabina hat mal in ihren Gelbeutel geschaut – ganze sechs Kundenkarten. Und wir sind sicher, da ist sie nicht die Einzige … ?

3. Kartenspiel

Denn 2015 waren in Deutschland bis zu 200 Millionen Bonus- und Kundenkarten im Umlauf! Alleine 29 Millionen davon sind von Payback. Die DeutschlandCard hat 20 Millionen Mitglieder (Quelle: B.Z., Payback, DeutschlandCard).

4. altes Kärtchen

Kleiner historischer Fakt: Die älteste Kundenkarte Deutschlands ist die Breuninger Card. Schon seit 1959 gibt das Stuttgarter Modehaus Karten aus. Damals konnten Stammkunden ihre Einkäufe „anschreiben“ und die Rechnung erst am Ende des Monats begleichen (Quelle: etailment.de).

5. Rabatte verboten!

Heute ist das freilich anders. Doch erst 2001 konnten die Bonus- und Kundenkarten in Deutschland richtig in Fahrt kommen. Davor galten noch das Rabattgesetz und die Zugabeverordnung aus den 1930er Jahren. Damals war es für Kunden schwer, Preise überregional zu vergleichen. Das Rabattgesetz hinderte somit die Händler daran, Produktpreise extrem hoch anzusetzen nur um diese dann mit extremen Rabatten schmackhaft zu machen. Nur bis zu drei Prozent Preisnachlass waren erlaubt. Die Zugabeverordnung sollte verhindern, Verbraucher durch Zusatzleistungen zu locken. Durch E-Commerce wurden die Gesetze hinfällig (Quelle: entailment.de).

6. Sammlerinnen

Kurz und knackig: 53 Prozent aller Kundenkarten findet man in den Handtaschen der weiblichen Bevölkerung, 47 Prozent in Geldbeuteln der Männer (Quelle: Splendid Research).

7. Überflieger

Die drei bekanntesten Bonusprogramme in Deutschland waren 2016 Payback (78%), DeutschlandCard (47%) und Miles & More der Lufthansa (18%) (Quelle: Splendid Research). Zumindest Letzteres hat uns etwas überrascht. In Zeiten von Ryanair, Eurowings und Easyjet fliegen wir Kleingeldhelden nicht mehr mit Lufthansa, um dort Meilen zu sammeln. Das Geld investieren wir lieber in einen Cocktail am Strand, ein schönes Souvenir oder einen abenteuerlichen Ausflug. Bei den Preisen ist wahrscheinlich sogar alles drin ?

8. Sparen, Sparen, Sparen 

Die meisten Deutschen benutzen Bonusprogramme, um Geld zu sparen (81 Prozent, Quelle: Splendid Research). Tatsächlich sind diese Ersparnisse aber eher gering. Schauen wir uns zum Beispiel Tchibo an. Wer kennt die Treuebohnen nicht von seiner Mutter? Hier bekommt man beim Kauf pro vollem Euro zwei Böhnchen gutgeschrieben. Diese hat dann später einen Wert von einem Cent! Eingelöst werden kann ab 100 Bohnen. Man gibt also mindestens 50 Euro aus, um später einen Euro zu sparen. Und das Geld wird natürlich nicht bei allen Programmen auszahlt, sondern beim nächsten Einkauf angerechnet. Also da ist der Spaß am Sammeln dann doch größer als der tatsächliche Nutzen daraus.

9. Geschenke, Geschenke, Geschenke

Neben Einkaufsgutscheinen sind besonders Prämien sehr beliebt. Die beliebteste Payback-Prämie im Frühling 2017: Eine schwarze Handtasche mit bunten Punkten von reisenthel für 1.499 Punkten (Quelle: Payback). Bei Payback bekommt man in den meisten Geschäften entweder für einen oder zwei Euro Einkauf auch einen Punkt gutgeschrieben. Die Deutschen haben also zwischen 1.499 und 3.000 Euro ausgeben, um sich diese Tasche zu gönnen. Etwas weniger, wenn man Punkecoupons clever benutzt hat. Oder man macht es wie Marian und gibt die Karte seiner Freundin beim Kosmetikkauf ?

10. Punkterausch

Das größte Bonusprogramm in Deutschland ist eindeutig Payback. Bei einem Jahresumsatz von 28,8 Mrd. Euro kam die Karte 2016 zum Einsatz. Insgesamt wurden Punkte im Wert von 356 Mio. Euro gesammelt (Quelle: Payback). Davon könnte man sich 237.491,66 schwarzer Handtaschen mit bunten Punkten im Prämienshop bestellen.

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