wie versprochen: Gemeinsam schauen wir uns in insgesamt drei Ausgaben das Thema Steuererklärung an. Heute geht es erst einmal darum, ob du eine Steuererklärung machen solltest und was du dazu eigentlich alles brauchst.

Die Pflicht ruft

Bis zum 31. Mai 2018 muss die Steuererklärung für das Jahr 2017 beim Finanzamt eingehen. Wenn bei dir jetzt schon tausend Fragezeichen über dem Kopf aufploppen und du Panik bekommst, dann kommt hier die Beruhigungspille: Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben! Und wenn du doch eine abgeben musst, helfen wir dir dabei.

Wenn einer der folgenden Punkte auf dich zutrifft, bist du per Gesetz verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben:

  1. Du hast unversteuerte Einkünfte über 410 Euro im Jahr durch Vermietung, Rente oder dergleichen erhalten
  2. Du hattest im letzten Jahr mehrere Arbeitgeber
  3. Du hast, auch wenn nur für kurze Zeit, steuerfreie Lohnersatzleistungen bezogen. Das bedeutet Arbeitslosengeld I, Elterngeld, Kurzarbeitsgeld
  4. Du bist verheiratet und du hast die Steuerklasse V oder VI
  5. Du bist Freiberufler oder selbstständig
  6. Wenn das Finanzamt einen Freibetrag eingetragen hat und du als Single mehr als 11.000 Euro verdient hast. Bei Ehepaaren 20.900 Euro im Jahr
  7. Wenn du geschieden wurdest und du oder dein Partner im selben Jahr wieder geheiratet haben (hoffentlich wurde niemand von euch geschieden)

Freibetrag: ist die Menge an Geld, dass du im Jahr verdienen kannst ohne Steuern darauf zu zahlen. Für 2016 liegt er bei 8.652 Euro, für 2017 liegt er bereits viel höher, bei 8.820 Euro. Der Freibetrag soll dein Existenzminimum sichern.

Freiwillige vor

Auch wenn du keine Steuererklärung abgeben musst, kann es sich oftmals trotzdem lohnen! Denn dann kannst du bestimmte Ausgaben dem Finanzamt vorlegen und bekommst dann die Steuer darauf zurück. Diese Ausgaben sind:

Werbungskosten: Das ist einfach alles, was mit deinem Beruf oder deiner Ausbildung zusammenhängt. Also deine Fahrtkosten zur Arbeit oder Geld, dass du für Bewerbungen ausgegeben hast (ein neues Outfit gehört da jetzt nicht dazu). Hier werden vom Finanzamt automatisch jährlich 1000 Euro pro Person eingeplant. Solltest du mehr dafür ausgegeben haben, dann musst du das nachweisen können! Das heißt: Belege aufbewahren.

Sonderausgaben: Wie dir sicher schon aufgefallen ist, zahlst du monatlich eine Menge Geld in die Altersvorsorge, in die gesetzliche Krankenkasse oder in Versicherungen ein. Falls du Geld spendest, kannst du das auch unter diesem Punkt von der Steuer absetzen. Gib immer alles an, denn der automatisch eingetragene Betrag vom Finanzamt beträgt nur 36 Euro.

Steuerermäßigungen: Fallen an deiner Bude mal Handwerksarbeiten oder andere Dienstleistungen an, dann werden die unter diesem Posten angegeben. Solltest du also Maler, Klempner oder auch eine Haushaltshilfe beschäftigen, dann lohnt es sich die Belege aufzubewahren.

außergewöhnliche Belastungen: Alle Krankheitskosten können hier aufgelistet werden. Also Arztkosten, Zuzahlung zu Medikamenten, deine Brille oder Kontaktlinsen und so weiter.. Das ist abhängig von deinem Einkommen. Wenn du also richtig viel Geld verdienst, dann geht das Finanzamt davon aus, dass du selbst für deine Kosten aufkommen kannst. Bist du aber noch ein kleiner Kleingeldheld, dann stehen die Chancen gut, Geld angerechnet zu bekommen.

Vorbereitung ist alles

Diese Sachen solltest du dir auch noch bereit legen, bevor du loslegst:

1. Deine persönlichen Daten
Nicht nur die Standard-Infos wie Adresse und Namen, sondern auch Steueridentifikationsnummer und Sozialversicherungsnummer. Es wird ein Feld geben mit Steuernummer. Das lässt du bei deiner ersten Erklärung einfach frei.

2. Einkommensnachweise
Also jeden Einkommensbeleg. Das bedeutet die Lohnsteuerbescheinigung, Kindergeld, Elterngeld, Arbeitslosengeld.

3. Wer eins hat – Unterlagen fürs Kind
Hier musst du das Schuldgeld, die Krankenversicherung, Kinderbetreuungskosten und weitere Unterhaltskosten angeben

4. Belege, Belege, Belege
Halte alle deine gesammelten Belege bereit und sortiere sie schon mal nach den einzelnen Posten. Also Werbungskosten, Sonderausgaben, Steuerermäßigungen und außergewöhnliche Belastungen

Formulare

Alle Unterlagen und Formulare für die Steuererklärung kannst du per Hand ausfüllen oder am Computer. Hier findest du die Unterlagen. „Einkommenssteuer 2017 mit allen Anlagen“ ist das richtige Formular für dich.
Ist alles ausgefüllt und angehängt, dann kommen alle Unterlagen in einen großen Din A4 Briefumschlag. Adressiert wird das ganze dann an das Finanzamt, in dessen Bezirk du gerade jetzt aktuell wohnst. Online kannst du nachschauen, welches Finanzamt für dich zuständig ist.
Du kannst deine Steuererklärung auch auf elektronischem Weg deinem Finanzamt übermitteln. Das geht wunderbar mit ELSTER – ELektronische STeuerERklärung Das ist eine Möglichkeit die ganze Angelegenheit ohne Papier und Post zu regeln. Auf deren Internetseite findest du auch alle Informationen darüber.

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