Was ist eine Börse?

Warst du schon einmal auf einem orientalischen Bazar? Händler und Käufer, die bei großer Lautstärke mit einander verhandeln. Dann bist du dem Bild einer Börse schon näher als du vielleicht glaubst. Die Preise auf dem Bazar für Obst, Gemüse, Fleisch oder Gewürze hängen grundsätzlich vom Angebot und der Nachfrage ab. Das heißt:

Hat ein Händler den Ruf, hochwertiges Obst anzubieten, wollen besonders viele Menschen bei ihm einkaufen – somit kann er einen höheren Preis verlangen. Leidet jedoch sein Ruf, dann kaufen entsprechend weniger Leute bei ihm ein. Er muss seine Preise senken.

An der Börse ist das sehr ähnlich. Auch dort treffen sich Käufer und Verkäufer, um miteinander ins Geschäft zu kommen. Dabei handelt es sich jedoch in erster Linie nicht um Lebensmittel, sondern um Aktien, Anleihen oder Rohstoffe (wie Metalle und Rohöl). Wollen mehr Leute eine Aktie kaufen als verkaufen, dann steigt der Preis. Wollen mehr Leute ihre Aktien verkaufen, sinkt der Preis.

Einiges unterscheidet sich jedoch auch sehr vom Bazar. So kann an der Börse jeder Käufer oder Verkäufer sein. Auch werden die Geschäfte nicht direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt, sondern über Banken und Makler. Außerdem läuft der Handel heutzutage nahezu ausschließlich auf elektronischem Weg ab.

Was wird hier gehandelt?

Kommen wir noch einmal zu unserem Bazar. So wie manche Märkte einen Schwerpunkt auf Lebensmittel und andere auf Stoffe haben, gibt es auch unterschiedliche Arten von Börsen. Das bedeutet, es werden unterschiedliche Dinge gehandelt. An der Aktienbörse werden somit Aktien gekauft und verkauft, auf sogenannten Rentenmärkten gehen Anleihen über den Tisch. An Terminbörsen werden Termingeschäfte abgewickelt (Was das ist, klären wir in einem künftigen Newsletter). Diese drei Märkte können für Privatanleger interessant sein.

Für Kleinanleger weniger geeignet sind Warenbörsen und Devisenmärkte. Auf Warenbörsen werden physische Geschäfte mit Rohstoffen wie Öl, Baumwolle, Holz, Industriemetalle und Edelmetalle und Nahrungsmittel abgewickelt. Physisch bedeutet, die Produkte werden sofort bezahlt und geliefert. Hier treffen Produzenten und Großhändler, bzw. die weiterverarbeitende Industrie aufeinander. Der Zugang für Kleinanleger ist schwer.

Schließlich gibt es noch die Devisenmärkte. Hier werden Devisen, also ausländische Zahlungsmittel, gehandelt. Das kann man sich nicht als räumliche Börse mit Maklern vorstellen. Hier gibt es einen internationalen Computer-Markt, über den die Währungen zwischen den Banken ausgetauscht werden. Deshalb findet der Handel mit Währungen rund um die Uhr statt. Anleger müssen also sehr wachsam bleiben, um keine Veränderungen am anderen Ende des Globus zu verpassen.

Warum gibt es mehr als eine Börse?

Hast du noch den Basar im Kopf? Die Händler, die lautstark ihre Waren anpreisen, Kunden, die über den Markt schlendern und nach dem besten Angebot Ausschau halten? Die Farben, die Gerüche, … mhh …

Super, dann kann es ja weiter gehen:

Angenommen, du möchtest jetzt einen Apfel kaufen; Dann kannst du das theorietisch sowohl auf einem Bazar im Orient tun, als auch auf dem heimischen Wochenmarkt. Genauso verhält es sich mit Aktien. Gleiche Aktien werden an unterschiedlichen Orten angeboten. Anleger können sich also aussuchen, wo sie ihre Aktien, ETFs und so weiter kaufen.

Welche Börsen sollte man kennen?

Die bedeutendsten Börsen weltweit sind die New York Stock Exchange (mit dem Index Dow Jones Industrial), dicht gefolgt von der Kabuto Cho in Tokio (der wichtigste Index ist der Nikkei 225).
In Europa solltest du dir auf jeden Fall The London Stock Exchange („Financial Times Stock Exchange“-Index, kurz FT-SE 100) und die Frankfurter Wertpapierbörse (Deutscher Aktienindex, kurz DAX) merken. Diese sind hier die wichtigsten ihrer Art.

Du möchtest mehr über die weltweit größten Börsen erfahren? Dann schau bei The Money Projekt vorbei. Diese haben die finanzstärksten Börsen der Welt grafisch aufgearbeitet. Hier geht’s zur Visualisierung.

Grafik: Visual Capitalist

 

Wo ist die Börse in Deutschland?

An Deutschlands größter Börse in Frankfurt sind ungefähr eine Million verschiedene Wertpapiere verfügbar. Es gibt aber auch noch andere Börsen in Deutschland.

Für Kleinanleger sind besonders die Börsen Stuttgart, München und Düsseldorf interessant, da diese besondere Angebote für Privatanleger bieten. Stuttgart bietet beispielsweise Informations- und Bildungsangebote an. Hier können Wertpapiere (also Aktien, Anleihen etc.) preiswert gehandelt werden. Außerdem sind in Stuttgart mittelständische Unternehmen handelbar. Ebenso in München. In Düsseldorf gibt es neben DAX-Aktien auch den Index NRW-MIX, in dem die 50 größten börsennotierten Unternehmen Nordrhein-Westfalens versammelt sind (ausgenommen der DAX-Unternehmen).

An der Börse Berlin gehen speziell ausländische Aktien über den virtuellen Ladentisch, die Börsen Hannover und Hamburg belegen bei den Geschäften mit geschlossenen Fonds (Was das ist, erfahrt ihr bald) Führungspositionen.

Wie wir in Börse 1.0 gesehen haben, gibt es auch diese auch in elektronische Form. Die Wichtigste in Deutschland ist die Xetra (Exchange Electronig Trading). Dort sind 1.000 deutsche und internationale Aktien handelbar, wie zum Beispiel die der Unternehmen aus dem DAX. Auch den ETF auf den MSCI World-Index kann man dort erwerben.

Wie entscheide ich, an welcher Börse ich kaufe?

Als Anleger kannst du sowohl national als auch international an verschiedenen Börsen kaufen und verkaufen. Hast du ein Online Depot bei einer Direktbank, kannst du beim Kauf einer Aktie oder eines ETFs meistens entscheiden, an welcher Börse du sie kaufen möchtest.


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